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Einer Studie aus Neuseeland zufolge haben Kinder, die an ihren Daumen lutschen oder ihre Nägel kauen, ein geringeres Risiko später eine Allergie zu entwickeln [Lynch SJ et al. Pediatrics 2016; 138:e20160443]. Die Ergebnisse sind ein weiteres Indiz für die Hygienehypothese, der zufolge die heutige keimarme Umgebung die Entwicklung des Immunsystems während der Kindheit behindert.

In der Studie wurden 1037 Teilnehmer von der Geburt an über mehr als 30 Jahre begleitet. Eltern gaben Auskunft über den Hang ihrer Kinder zum Daumenlutschen oder Nägelkauen im Alter von fünf, sieben, neun und elf Jahren. Mit 13 und 32 Jahren wurde Hautpricktests vorgenommen. Mit 38% war die Sensibilisierung bei Kindern mit einem der beiden Laster tatsächlich niedriger als bei Kindern ohne (49%). Bei Kindern, die sowohl Daumen lutschten als auch Nägel kauten war das Atopierisiko sogar noch geringer (31%). Diese Befunde hatten auch noch im Alter von 32 Jahren Bestand und das unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Allergien der Eltern, Stillen und Haustierhaltung. Für Asthma oder allergische Rhinitis ließ sich dagegen kein Zusammenhang darstellen.

Die Forscher warnen aber davor, Kinder zum Daumenlutschen oder Nägelkauen zu ermutigen, da die beiden Angewohnheiten auch Zahnfehlstellungen und Infektionen an den Fingern nach sich ziehen können.