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Wie kann man Kin­der vor einer läs­ti­gen Mit­tel­ohr­ent­zün­dung schüt­zen? Ganz ein­fach: Kau­gum­mi kau­en las­sen. Wie US-For­scher her­aus­ge­fun­den haben, ist vor allem ein Inhalts­stoff ent­schei­dend. Mit ihm lässt sich jede vier­te Mit­tel­ohr­ent­zün­dung vermeiden.Toronto (mut). Die Idee ist eigent­lich ganz ein­fach: Wenn der Kau­gum­mi-Süß­stoff Xylit Kari­es vor­beugt, weil er die Säu­re­pro­duk­ti­on und das Wachs­tum von Bak­te­ri­en hemmt, dann müss­ten er die Bak­te­ri­en auch davon abhal­ten, über Mund und Eusta­chi­sche Röh­re ins Mit­tel­ohr zu zie­hen. Und dies scheint tat­säch­lich in einem kli­nisch rele­van­ten Maße der Fall zu sein, legt eine Coch­ra­ne-Ana­ly­se von drei pla­ce­bo­kon­trol­lier­ten fin­ni­schen Stu­di­en nahe (Coch­ra­ne Review 2011/11, Epup 9.11.201). In die­sen erhiel­ten über 1800 Kin­der unter zwölf Jah­ren ent­we­der Kau­gum­mis, Lutsch­ta­blet­ten oder ein Sirup mit dem Süß­stoff in einer Tages­do­sis von 8 bis 10 Gramm — oder aber sol­che Prä­pa­ra­te ohne Xylit.

Ein Vier­tel weni­ger Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen in der Xylit-Grup­pe

Die Kin­der soll­ten die Prä­pa­ra­te mehr­mals täg­lich nach Mahl­zei­ten oder Snacks ein­neh­men, die Eltern muss­ten das kon­trol­lie­ren. Im Schnitt dau­er­ten die Stu­di­en zwei bis drei Mona­te, dabei wur­de geschaut, wie häu­fig die Kin­der an einer Oti­tis media erkrank­ten. Ins­ge­samt kam es in die­ser Zeit zu 473 Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen, berich­tet ein Team um Dr. Amir Azar­pazhooh aus Toron­to in Kana­da. Über die drei Stu­di­en gemit­telt trat eine Oti­tis media dabei in den Grup­pen mit Xylit­prä­pa­ra­ten zu 25% sel­te­ner auf als in den Kon­troll­grup­pen. Am effek­tivs­ten schien dabei der Kau­gum­mi zu sein: Mit Xylit ver­sus Pla­ce­bo war die Oti­tis-media-Rate sogar um 41% redu­ziert, mit den Lutsch­ta­blet­ten und Sirup nur um 20%.

Wenn Kin­der schon erkrankt sind, hilft Xylit nicht

In einer vier­ten Stu­die mit knapp 1300 Kin­dern wur­de zudem unter­sucht, ob Xylit auch noch hilf­reich ist, wenn die Kin­der schon eine Infek­ti­on der obe­ren Atem­we­ge haben. In die­ser Stu­die gab es aller­dings kei­ne signi­fi­kan­ten Unter­schie­de zwi­schen Kin­dern mit und ohne Xylit-Prä­pa­ra­te: Die Inzi­denz einer Oti­tis media war in bei­den Grup­pe etwa gleich häu­fig. Im Han­del gibt es inzwi­schen zahl­rei­che beson­ders Xylit-hal­ti­ge Kau­gum­mis, sie haben ähn­li­che Wirk­stoff­men­gen wie die in den fin­ni­schen Stu­di­en ver­wen­de­ten.