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Eine Flugzeugkabine ist nicht einfach nur ein fliegender Transportbehälter, in dem bequem gereist wird. In 10.000 Metern Höhe wirken geänderte Verhältnisse auf den Körper ein. Der Luftdruck ist geringer und die Luft in der Kabine trockener. Dies kann belastend für den Körper sein. Besonders bei langen Flügen besteht Thrombosegefahr. Die früher oft propagierte Gabe von Acetylsalicylsäure ist nicht mehr zeitgemäß. Regelmäßiges Bewegen der Beine und Füße mindert das Risiko. Bei Hochrisikopatienten senken gut sitzende Kompressionsstrümpfe das Thromboserisiko um fast das Doppelte. Viele Passagiere, die eine Flugreise gemacht haben, kennen das unangenehme Druckgefühl oder den Schmerz im Ohr, der vor allem während des Landeanfluges entsteht. Grund sind Druckluftänderungen in der Flugzeugkabine, an die sich das Ohr nicht sofort anpassen kann. In der Startphase nimmt der Druck ab. Hier erfolgt ein passiver Druckausgleich zwischen Nasenrachen und Mittelohr. Während der Landung nimmt der Umgebungsdruck zu. Dieser Druckunterschied muss aktiv durch den Passagier ausgeglichen werden. Schlucken, Gähnen oder andere aktive Druckausgleichsmanöver schaffen Abhilfe. Kinder haben auf Flugreisen überproportional häufig Ohrprobleme, da ihre kleinen Ohren schneller zuschwellen und sie sich mit Gähnen oder Schlucken nicht immer helfen können. Spezielle Ohrstöpsel, die für einen langsamen und kontinuierlichen Druckausgleich sorgen, bringen Erleichterung. Wenn Schnupfen, Allergien oder die trockene Luft an Bord unsere Nase und Ohren angreifen, sind Schmerzen vorprogrammiert. Schlimmstenfalls kommt es zu zeitweligem Hörverlust und zu Einblutungen im Trommelfell. Kurzzeitige Anwendungen abschwellender Nasensprays und -tropfen beugen dem sogenannten „Barotrauma“ vor. Aber: mit einer akuten Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung besteht keine Flugreisetauglichkeit. Auch nach einer Operation im Mittelohrbereich sollte die Flugreise nicht vor 10 Tagen angetreten werden.

Quelle: Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.