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Wer­den Babys mit hohem All­er­gie­ri­si­ko schon früh an gerin­ge Men­gen Eipul­ver gewöhnt, kann dies eine Hüh­ner­ei­all­er­gie wirk­sam ver­hin­dern: Die All­er­gie­r­a­te ist um 80% gerin­ger als ohne Eidiät.

Bei Babys mit ato­pi­schem Ekzem ist das Risi­ko für Lebens­mit­tel­all­er­gien bekannt­lich sehr hoch. Vor allem eine Hüh­ner­ei­all­er­gie macht den Klei­nen oft schon früh zu schaf­fen und kann das ers­te Zei­chen einer begin­nen­den All­er­gie­kar­rie­re sein. Die Daten­la­ge zu Ver­su­chen, Kin­der früh an Hüh­ner­pro­tein­all­er­ge­ne zu gewöh­nen, ist bis­lang jedoch wenig über­zeu­gend. In eini­gen Stu­di­en gelang es zwar, die All­er­gie­r­a­te zu sen­ken, wenn Kin­der im Alter von vier bis fünf Mona­ten regel­mä­ßig Hüh­ner­ei zu essen beka­men, aller­dings reagier­te in sol­che Stu­di­en bereits ein Drit­tel der Kin­der sehr hef­tig auf das Eipro­te­in. Ande­re Stu­di­en, in denen sen­si­bi­li­sier­te Kin­der aus­ge­schlos­sen wor­den waren, zeig­ten hin­ge­gen kei­ne Erfol­ge. Offen­bar ent­wi­ckeln vor allem sen­si­bi­li­sier­te Kin­der spä­ter eine All­er­gie. Japa­ni­sche All­er­go­lo­gen sind jetzt einen ande­ren Weg gegan­gen.  Sie nah­men sen­si­bi­li­sier­te Kin­der mit auf, redu­zier­ten jedoch die Eipro­te­in­do­sis deut­lich im Ver­gleich zu vor­her­ge­hen­den Unter­su­chun­gen. 121 Kin­der waren auf­ge­nom­men wor­den, 61 hat­ten Pla­ce­bo, 60 das Eipul­ver erhal­ten. Jeweils 47 in jeder Grup­pe hiel­ten bis zum Schluss durch, davon hat­ten vier (9%) mit Eipul­ver  und 18 (38%) mit Pla­ce­bo eine Hüh­ner­ei­all­er­gie ent­wi­ckelt-nach­ge­wie­sen über einen ora­len Pro­vo­ka­ti­ons­test. Rela­tiv betrach­tet war damit das All­er­gie­ri­si­ko mit der Eithe­ra­pie um 78% redu­ziert. Nach der Inten­tio­nen-to-tre­at- Ana­ly­se müs­sen sta­tis­tisch betrach­tet nur 3,4 Kin­der früh­zei­tig eine Hüh­ner­pro­te­in­di­ät erhal­ten, um eine All­er­gie zu ver­mei­den. Stu­di­en­ab­brü­che wegen uner­wünsch­ter Wir­kung gab es kei­ne, auch tra­ten Ekze­me, Haut­rei­zun­gen um den Mund und an den Lip­pen nach der Ein­nah­me des Pul­vers sowie Übel­keit und Durch­fall  in bei­den Grup­pen ähn­lich häu­fig auf. In der Eigrup­pe muss­ten sechs Kin­der im Lau­fe der Stu­die sta­tio­när behan­delt wer­den, drei wegen einer Nies­at­ta­cke, zwei wegen Harn­wegs­in­fek­ti­on, eines wegen Kawasaki-Syndrom.

Fazit: Nach Auf­fas­sung der Stu­di­en­au­toren lässt sich eine frü­he­re all­er­gie­prä­ven­ti­ve Behand­lung mit Eipul­ver bei Risi­ko­kin­dern gefahr­los bewerk­stel­li­gen — so- fern das Pul­ver erhitzt wird und die Start­do­sis nied­rig  liegt. Bei höhe­ren Start­do­sen besteht das Risi­ko, dass bereits sen­si­bi­li­sier­te Kin­der mit einer mas­si­ven All­er­gie reagie­ren, so wie dies in frü­he­ren Stu­di­en oft der Fall war.